Die AIR-Formel als Antwort auf den "war for talents"

Früher eingesetzte Instrumente, wie die Firmenkontaktmesse, Kennenlerngespräche oder klassische Bewerbungen, bringen heute kaum noch den erhofften Erfolg. Aus diesem Grund haben sich in den letzten Jahren einige neue Ideen am Markt etabliert: Segeltörns im Mittelmeer, Schneckenessen in belgischen Schlössern oder Workshops in Cannes.

Der Arbeitsmarkt wird immer enger und Unternehmen brauchen neue Strategien, um an qualifizierte Mitarbeiter und Talente zu gelangen. Den meisten Unternehmen fehlen die nötigen Personal- und Geldressourcen, um das Unternehmen am Markt „bunter anzupreisen“. Viele Unternehmen glauben zudem, dass sich Shareholder-Value nicht über eine gute Personalpolitik erzielen lässt und bringen deswegen nur wenig Kapital für diesen Unternehmensbereich auf.

Die AIR-Formel als Lösung?

Nach Oliver Maaßen kann erfolgreiches Personalmarketing mit der AIR-Formel erreicht werden. Die Abbildung verdeutlicht dabei, dass es auf das gleichmäßige Zusammenspiel von Attraktion, Integration und Retention ankommt.

Attraktion um jeden Preis

In der Praxis trifft man in den meisten Unternehmen jedoch eine völlig andere Situation an. Unternehmen investieren häufig überproportional viel in Attraktion und schenken der Integration kaum Beachtung. Dies führt dazu, dass es zur Retention gar nicht erst kommen kann. Dabei ist die Retention die Grundlage von erfolgreichem Personalmarketing. Es geht nicht nur darum, Kandidaten mit Versprechungen anzulocken, sondern vor allem ist es wichtig, gute und wertvolle Mitarbeiter langfristig zu halten.

Mangelnde Integration 

Die Realität sieht meistens anders aus: Bewerber werden häufig mit Versprechungen angelockt, die dann am ersten Arbeitstag bereits konterkariert werden. Es ist nicht verwunderlich, dass die Fluktuationsrate von Hochschulabsolventen in den ersten zwölf Monaten an ihrem ersten Arbeitsplatz heute so hoch ist, wie nie zuvor. In der Regel ist mangelnde Integration der Grund für den Verlust, der mit so viel Aufwand (Attraktion) geworbenen Mitarbeiter. Unternehmen sollten deswegen insbesondere ihre Integrations- und Retentionsbemühungen verstärken. Einsparungen könnten sie nach Maaßen vor allem bei ihren vielfältigen Recruiting-Events vornehmen, denn durch die Umsetzung des AIR-Gedankens verändert sich auch das Bindungsmodell im Lebenszykluskonzept des Mitarbeiters.

Unser Anspruch

Auch wir von Bull Research Consulting haben großes Interesse daran, Positionen nicht nur kurzfristig, sondern vor allem nachhaltig zu besetzen. Ein Besetzungsprojekt ist eben nicht nur der schnelle "Lucky Punch", sondern ein langer Prozess, an dessen Ende ein Kandidat stehen sollte, der nicht nur fachlich, sondern vor allem auch menschlich zum Unternehmen passt. Der sogenannte "Cultural Fit" ist heute ein wichtiges Kriterium und sollte trotz Fachkräftemangels nicht vernachlässigt werden.

Vgl. Maaßen, Oliver (2004): Die Air-Formel als ganzheitliches Personalmarketing-Konzept. In: Fröhlich, Werner (Hrsg.) (2004): Nachhaltiges Personalmarketing. Strategische Ansätze und Erfolgskonzepte aus der Praxis, 1. Aufl., Datakontext-Fachverlag GmbH, Frechen