Personalsuche im Wandel

Höher, weiter, schneller. Ein Motto, das für eine ganze Generation steht. Im digitalen Zeitalter hat sich einiges für die Menschen verändert und weil man inzwischen am besten alles kurz und unkompliziert im Internet erledigen kann, sollte es mit dem Jobwechsel bestenfalls nicht anders sein.

Ob Online-Bewerbungstools, Netzwerke wie Xing oder LinkedIn oder aber neuartige Formen von Bewerbungsgesprächen wie Skype – auch im Recruiting kennt die Digitalisierung kaum Grenzen. Ein Wandel, den man kaum bestreiten kann und doch ist das neue Zeitalter noch längst nicht in jedem Unternehmen oder jeder Personalberatung angekommen. Dabei geht es weniger um die Werkzeuge, die man einsetzt, denn natürlich werden auch heute noch klassische Stellenbeschreibungen benötigt oder man bespricht idealerweise vieles vorab telefonisch, sondern viel mehr darum, dass das Verständnis für eine neue Zeit und vor allem völlig neue Marktsituation noch nicht bei allen angekommen ist.

Der Markt hat sich gedreht

Wer heute tatsächlich glaubt, dass er in einem Erstgespräch mit einem berufserfahrenen Kandidaten noch Fragen wie „Warum wollen Sie denn ausgerechnet für unser Unternehmen arbeiten?“ oder „Was finden Sie in unserem Unternehmen besonders spannend?“ stellt, hat den aktuellen Bewerbermarkt nicht verstanden. Wir haben längst einen Kandidatenmarkt – mehr Angebot als Nachfrage an Stellen und deshalb können sich die meisten Kandidaten heute aussuchen für wen sie arbeiten wollen. Es sollte in einem Bewerbungsgespräch vielmehr darum gehen dem Kandidaten klar zu machen, weshalb er unbedingt für ein anderes, für IHR Unternehmen arbeiten sollte. Kandidaten kämpfen nicht mehr um Jobs – SIE müssen jetzt um die Kandidaten kämpfen.

Schlanke Prozesse

Hat man dies schon einmal akzeptiert und kennt die Marktlage, ist der erste Schritt zum erfolgreichen Recruiting getan. Nun muss man sich eigentlich nur noch überlegen, ob ein starres Festhalten an alten Prozessen Sinn macht? Sollten Kandidaten wirklich angesprochen, danach 1-2 Mal telefonisch interviewt und dann noch persönlich getroffen werden durch einen Berater, ehe sie letztendlich ins Gespräch mit dem Unternehmen gehen? Bleibt jemand, der ohnehin nur ein geringes oder latentes Wechselinteresse bei diesem ganzen langwierigen Prozedere wirklich an Bord? Die Erfahrung zeigt, dass vor allem diejenigen erfolgreich sind, die Kandidaten kurze und unkomplizierte Prozesse aufzeigen können. Diejenigen, die den Kandidaten das Gefühl geben, dass sie nicht allzu viel Zeit investieren müssen, bis sie sich selbst vor Ort ein Bild machen können, ob die angebotene Opportunität überhaupt in Frage kommt.

Employer-Branding beginnt bereits beim Recruiting

Natürlich gilt dies vor allem für Märkte, in denen die Personalsuche besonders schwierig ist, wie beispielsweise im IT-Umfeld, im Wirtschaftsprüfungs-Umfeld oder aber in der Baubranche. Führungspositionen, die auch gehaltlich schon sehr attraktiv sind, lassen sich in der Regel auch noch gut mit den altbewährten Vorgehensweisen lösen, aber auf der Ebene der Fachkräfte, der Spezialisten ist dann eben doch mehr Flexibilität und auch Kreativität gefragt. Unternehmen müssen vielleicht auch Zeit investieren, die am Ende keinen unmittelbaren Erfolg bringt, aber gegebenenfalls langfristig ein wichtiger Faktor war, um auf dem Kandidatenmarkt ein gutes Bild abzugeben. Wie auch immer man es erstellt, man muss sich nur unbedingt abheben, denn sonst wird man bei Kandidaten, die tagtäglich mit Jobmöglichkeiten überhäuft werden, nur einer von vielen sein.

Gerne stehen wir, Bull Research Consulting, auch Ihnen bei Ihrer Personalsuche beratend zur Seite.