Zwischen Job-Hopper und 25-Jährigem Firmenjubiläum

Jeder kennt sie: Die beiden Kandidatentypen Job-Hopper und die schon immer treuen Mitarbeiter, die es seit ihrer Ausbildung verpasst haben, einmal das Unternehmen zu wechseln. Unter dem Strich ist eine Vermittlung beider Typen schwierig. Aber warum?

Es gibt sicher genügend gute Gründe, weshalb man insbesondere nach der Ausbildung bei dem Unternehmen bleibt, bei dem man von Beginn an alles gelernt und kennengelernt hat. Oftmals macht das auch zunächst Sinn. Aber was ist mit Kandidaten, die den Absprung nie geschafft haben? Grundsätzlich ist Firmentreue etwas schönes und positives, gerade für die Unternehmen, denn es zeigt, dass Mitarbeiter zufrieden sind und sich voll und ganz mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können. Immer wieder hört man deshalb von Jubiläen und Feierlichkeiten zu Ehren von langjährigen Mitarbeitern. Es gibt aber auch gute Gründe, weshalb Kandidaten im Zuge ihrer persönlichen Entwicklung auch mal den Schritt raus aus der eigenen Komfortzone wagen sollten. Neue Perspektiven, neue Herangehensweisen, neue Kollegen, bei denen man von ganz anderen Erfahrungen profitieren kann und auch ein persönliches Wachsen an der Herausforderung, sich einer völlig neuen Situation und einem fremden Umfeld zu stellen und dort auch zu behaupten. Es gibt aber auch immer wieder Kandidaten, die diese Maxime zu genau nehmen und dann wirklich alle 1-2 Jahre den Job wechseln. In der Branche nennt man diese Kandidaten „Job-Hopper“ und es ist vermutlich bei den allermeisten nicht sinnvoll sie einzustellen, da sie beim nächstbesten Angebot wieder weg sind. Für Kandidaten ist es daher wichtig die richtige Balance zwischen Firmentreue und Job-Hopping zu finden. Es gibt keine Faustregel nach wie viel Jahren man einen neuen Schritt gehen sollte, um sich woanders noch besser weiterentwickeln zu können, denn es hängt immer auch von den internen Perspektiven ab. Ein klassisches Beispiel ist die Rolle des „ewigen Stellvertreters“. Hat man erst einmal über viele Jahre einen Leiter in der Hierarchie vor sich und es ist auch nicht abzusehen, dass dieser aus Altersgründen abtritt oder aber einen Wechsel vollzieht, ist die Karriereleiter erst einmal blockiert. In diesem Fall sind die kurzfristigen Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt und sollte es nach Absprache mit dem Arbeitgeber auch vorläufig keine anderen Aufstiegschancen geben, ist dies natürlich ein klassischer Fall, in dem ein Wechsel Sinn macht. Kandidaten sollten sich dementsprechend immer gut überlegen, wann und ob sie gesprächsbereit bezüglich neuer Vakanzen sind. Aber eines ist sicher: Anhören sollte man sich jede Job-Opportunität, denn vielleicht wartet am anderen Ende der Leitung doch der Traumjob, auf den man immer gewartet hat.